Wien zieht viele Menschen aus dem Ausland an: für den Job bei einer internationalen Organisation, für das Studium oder mit der Familie. Wer hier lebt und über eine Brustvergrößerung, Bruststraffung oder Brustverkleinerung nachdenkt, steht vor Fragen, die Einheimische selten haben. Bin ich überhaupt versichert? Was deckt meine Versicherung aus dem Heimatland? Verstehe ich die Aufklärung auf Deutsch gut genug? Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Punkte für Expats und Zugezogene in Wien. Er ersetzt keine Auskunft Ihrer Versicherung und keine ärztliche oder rechtliche Beratung.
Wie Sie in Österreich versichert sind
Ihre Situation hängt davon ab, warum Sie in Wien leben. Wer in Österreich unselbständig arbeitet, ist in der Regel automatisch gesetzlich krankenversichert, meist bei der Österreichischen Gesundheitskasse, und erhält eine e-card. Selbständige sind üblicherweise bei der SVS versichert. Mitarbeiterinnen internationaler Organisationen oder Diplomatinnen haben dagegen häufig ein eigenes Versicherungssystem, das nicht Teil der österreichischen Sozialversicherung ist. Studierende aus dem Ausland sind je nach Herkunft über ihre Heimatversicherung, eine Selbstversicherung oder eine private Polizze abgesichert.
Klären Sie daher als Erstes, welcher Träger oder welche Versicherung für Sie zuständig ist. Davon hängt ab, was bei einer medizinisch begründeten Operation möglich ist und wer Sie bei Komplikationen absichert. Wie die gesetzliche Krankenkasse in Österreich mit Brustoperationen umgeht, beschreibt der Beitrag Krankenkasse ÖGK und Kostenübernahme.
Ästhetische Operation: in jedem System eine Privatleistung
Unabhängig davon, wie Sie versichert sind, gilt: Eine rein ästhetische Brust-OP zahlen Sie selbst. Das gilt für die österreichische Kasse genauso wie für die meisten Versicherungen im Ausland und für internationale Gruppenverträge. Nur bei einer medizinischen Indikation, etwa einer Rekonstruktion nach Brustkrebs oder einer Brustverkleinerung bei dokumentierten Beschwerden, kommt eine Kostenübernahme in Frage.
Europäische Krankenversicherungskarte
Wer nur vorübergehend in Wien ist und über eine Krankenversicherung in einem anderen EU-Land verfügt, nutzt oft die Europäische Krankenversicherungskarte. Sie deckt medizinisch notwendige Behandlungen während des Aufenthalts ab, aber keine geplanten Eingriffe. Für eine geplante, medizinisch begründete Behandlung im Ausland ist in der Regel eine vorherige Genehmigung der Heimatversicherung nötig. Ästhetische Operationen fallen nicht darunter.
Sprache und Aufklärung nach dem ÄsthOpG
Das österreichische Schönheitsoperationengesetz verlangt eine umfassende ärztliche Aufklärung vor jedem ästhetischen Eingriff. Die Patientin muss die Risiken, den Ablauf und die Alternativen tatsächlich verstehen. Zwischen dem Abschluss der Aufklärung und der Einwilligung muss eine Wartefrist von mindestens zwei Wochen liegen. Mehr dazu im Beitrag zur Bedenkzeit bei einer ästhetischen Brust-OP.
Wenn Deutsch nicht Ihre Erstsprache ist, sollten Sie das offen ansprechen. Viele Wiener Fachärztinnen und Fachärzte beraten auch auf Englisch oder in anderen Sprachen. Ist das nicht möglich, ist eine professionelle Dolmetscherin meist die bessere Wahl als eine Freundin oder ein Familienmitglied, weil medizinische Begriffe genau übersetzt werden müssen und Sie freier fragen können.
- Bitten Sie um die Aufklärungsunterlagen vorab, damit Sie sie in Ruhe lesen oder übersetzen lassen können.
- Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht vollständig verstanden haben.
- Fragen Sie nach, ob der Behandlungsvertrag auch in einer Sprache vorliegt, die Sie sicher beherrschen.
- Lassen Sie sich wichtige Punkte, etwa Verhaltensregeln nach der Operation, schriftlich geben.
Welche Unterlagen Sie nach österreichischem Recht erhalten müssen, beschreibt der Beitrag zu Aufklärung und Dokumentation nach dem ÄsthOpG.
Qualifikation des Chirurgen prüfen
Wer neu in Wien ist, kennt die lokalen Strukturen oft noch nicht. In Österreich führen Fachärztinnen und Fachärzte für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie die entsprechende Facharztbezeichnung. Ob eine Ärztin oder ein Arzt in Österreich zur Berufsausübung eingetragen ist, können Sie in der öffentlichen Ärzteliste der Österreichischen Ärztekammer nachsehen. Wie das genau funktioniert, lesen Sie im Beitrag Ärzteliste und Ärztekammer.
Nachsorge, Rezepte und Befunde
Klären Sie vor der Operation, wie die Nachsorge abläuft und wie lange Sie voraussichtlich in Wien bleiben. Wenn ein Umzug oder ein längerer Heimaturlaub absehbar ist, sollten die wichtigsten Kontrolltermine davor liegen. Nach der Operation erhalten Sie einen Arztbrief und Ihren Implantatpass. Fragen Sie nach, ob eine kurze Zusammenfassung auf Englisch möglich ist. Sie erleichtert es, falls Sie später im Heimatland weiter betreut werden.
Notieren Sie außerdem, wohin Sie sich bei Problemen außerhalb der Ordinationszeiten wenden. In Österreich ist die Gesundheitshotline 1450 rund um die Uhr erreichbar, bei einem Notfall wählen Sie die Rettung unter 144. Welche Warnzeichen nach einer Brust-OP ernst zu nehmen sind, beschreibt der Beitrag Nach der Brust-OP in Wien: Warnzeichen erkennen.
Unterstützung, wenn die Familie weit weg ist
Nach einer Brust-OP brauchen Sie in den ersten Tagen Hilfe im Alltag. Sie sollten nicht schwer heben, die Arme nur eingeschränkt über den Kopf bewegen und nicht selbst Auto fahren. Wer in Wien kein enges Netz aus Familie hat, sollte das früh planen. Fragen Sie Freundinnen oder Kolleginnen, ob jemand Sie nach Hause bringt und in der ersten Nacht erreichbar ist. Manche Patientinnen bleiben eine Nacht länger in der Klinik, wenn zu Hause niemand ist. Ob das bei Ihrem Eingriff möglich ist und was es kostet, klären Sie vorab.
Denken Sie auch an praktische Dinge: Einkäufe für die ersten Tage, eine Liefermöglichkeit für Mahlzeiten und die Frage, wer sich um Haustiere oder Kinder kümmert. Kleine Vorbereitungen nehmen Druck aus einer Zeit, in der Sie sich vor allem erholen sollen.
Checkliste für Expats vor der Brust-OP in Wien
- Zuständige Versicherung klären und schriftlich nachfragen, was im Fall von Komplikationen gilt
- Eine Beratung in einer Sprache vereinbaren, die Sie sicher verstehen
- Die gesetzliche Wartefrist in Ihre Zeitplanung einrechnen
- Die Qualifikation in der Ärzteliste prüfen
- Nachsorge mit Ihren Reise- und Umzugsplänen abstimmen
- Unterstützung für die ersten Tage organisieren, wenn Familie und Freunde weit weg sind
Beratung zur Brust-OP in Wien
Gerade wenn Sie neu in der Stadt sind, hilft eine verlässliche Anlaufstelle. Auf brustopwien.net finden Sie Informationen zu Kosten, Rechtslage und Abläufen in Österreich und Wege zu Fachärztinnen und Fachärzten in Wien, die sich Zeit für Ihre Fragen nehmen. Eine Übersicht zum Eingriff bietet die Seite zur Brustvergrößerung.
Weitere Beiträge finden Sie in der Kategorie Kosten und Beratung. Für eine persönliche Anfrage nutzen Sie das Kontaktformular. Geben Sie dabei gern an, in welcher Sprache Sie beraten werden möchten.