Schmerzmittel, Rezept und Apotheke nach der Brust-OP in Österreich: was Sie vor der Entlassung klären

Risiken & Nachsorge

Nach einer Brust-OP in Wien fahren die meisten Patientinnen am selben oder am nächsten Tag nach Hause. Die Wunden sind versorgt, der Stütz-BH sitzt, und in der Tasche steckt ein Zettel mit Anweisungen. Was dabei oft untergeht: Für die ersten Tage zu Hause brauchen Sie meist Schmerzmittel und manchmal weitere Medikamente. Wer erst am Abend merkt, dass das Rezept fehlt oder die Apotheke im Bezirk schon geschlossen hat, verbringt die erste Nacht unnötig angespannt.

Dieser Beitrag erklärt, welche Medikamente nach einer Brustoperation häufig verordnet werden, wie das mit Rezept, Rezeptgebühr und E-Rezept in Österreich funktioniert und was Sie vor der Entlassung klären sollten. Welche Medikamente Sie in welcher Dosis nehmen, legt allein Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Nehmen Sie bitte nichts auf eigene Faust ein und setzen Sie nichts ohne Rücksprache ab.

Welche Medikamente nach einer Brust-OP häufig verordnet werden

Was Sie mitbekommen, hängt vom Eingriff, von Ihren Vorerkrankungen und von den Gewohnheiten der Ordination ab. Typisch sind:

  • Schmerzmittel: In den ersten Tagen werden oft gängige Wirkstoffe wie Paracetamol oder Metamizol verordnet, manchmal in Kombination. Ob entzündungshemmende Mittel aus der Gruppe der NSAR schon direkt nach der Operation erlaubt sind, handhaben Chirurgen unterschiedlich, weil manche davon die Blutgerinnung beeinflussen können.
  • Thromboseprophylaxe: Je nach persönlichem Risiko und Dauer der Operation werden für einige Tage Spritzen zur Vorbeugung von Blutgerinnseln verordnet, die Sie sich selbst unter die Haut setzen.
  • Magenschutz: Wenn Sie mehrere Schmerzmittel nehmen oder einen empfindlichen Magen haben, kann ein Magenschutzmittel dazukommen.
  • Antibiotika: Viele Chirurgen geben ein Antibiotikum nur rund um die Operation. Eine längere Einnahme zu Hause ist nicht überall üblich.
  • Mittel gegen Übelkeit oder Verstopfung: Narkose und starke Schmerzmittel können beides auslösen.

Wichtig: Nehmen Sie Ihre gewohnten Medikamente nur weiter, wenn das im Vorbereitungsgespräch so besprochen wurde. Das gilt besonders für Blutverdünner, Hormonpräparate und pflanzliche Mittel.

Rezept, E-Rezept und Rezeptgebühr in Österreich

In Österreich werden Rezepte heute in der Regel als E-Rezept ausgestellt. Sie lösen es in der Apotheke mit Ihrer e-card oder einem Code ein, ein Papierrezept brauchen Sie meist nicht mehr. Für Kassenrezepte fällt pro Packung die Rezeptgebühr an, sofern Sie nicht davon befreit sind. Ist ein Medikament billiger als die Rezeptgebühr, zahlen Sie den Preis direkt.

Ästhetische Operation: wer stellt das Rezept aus?

Bei einer ästhetischen Brustvergrößerung, die Sie selbst bezahlen, operiert meist eine Wahlärztin oder ein Wahlarzt. Ob Medikamente dann auf Kassenkosten verschrieben werden können oder ob Sie ein Privatrezept bekommen und die Medikamente voll bezahlen, hängt vom Einzelfall und von den Regeln Ihres Versicherungsträgers ab. Fragen Sie das vor der Operation nach. Bei einem Eingriff, den die Kasse übernimmt, etwa einer bewilligten Brustverkleinerung, ist das in der Regel einfacher. Mehr zum Wahlarztsystem lesen Sie im Beitrag zu Wahlarzt, Honorarnote und Rückerstattung.

Medikamente direkt von der Ordination

Manche Ordinationen und Privatkliniken geben die ersten Tabletten oder Spritzen gleich mit nach Hause. Das ist praktisch, sollte aber im Kostenvoranschlag ersichtlich sein. Prüfen Sie dort, ob Medikamente, Stütz-BH und Verbandsmaterial inkludiert sind. Wie Sie einen Kostenvoranschlag lesen, beschreibt unser Beitrag zum Kostenvoranschlag für die Brust-OP in Wien.

Medikamentenschachteln und ein Einnahmeplan auf einem Küchentisch nach einer Operation

Was Sie vor der Entlassung klären sollten

Gehen Sie nicht aus der Ordination oder Klinik, ohne diese Punkte beantwortet zu haben:

  • Welche Medikamente nehme ich, wie oft und wie lange?
  • Was nehme ich, wenn die Schmerzen trotzdem zu stark sind?
  • Welche meiner gewohnten Medikamente darf ich wieder einnehmen, und ab wann?
  • Ist das Rezept schon ausgestellt, und kann ich es heute noch einlösen?
  • Wie setze ich die Thrombosespritze, falls ich eine bekomme, und wie entsorge ich die Spritzen?
  • Wen erreiche ich am Abend und am Wochenende, wenn ich eine Frage zu den Medikamenten habe?

Lassen Sie sich die Einnahme am besten schriftlich geben. Am ersten Abend nach einer Narkose ist das Gedächtnis nicht zuverlässig, und Begleitpersonen haben dann eine klare Anleitung.

Apotheke organisieren: praktisch gedacht

Wer von außerhalb nach Wien kommt, sollte vorab überlegen, wo die Medikamente geholt werden. Ein paar praktische Hinweise:

  • Lösen Sie das E-Rezept nach Möglichkeit noch auf dem Heimweg ein, bevor Sie sich hinlegen.
  • Eine Begleitperson kann das für Sie erledigen, wenn sie Ihre e-card oder den Rezeptcode dabeihat.
  • Für Abende und Feiertage gibt es in Wien Apotheken im Bereitschaftsdienst. Welche gerade offen hat, lässt sich online nachschauen.
  • Übernachten Sie nach der Operation in Wien, klären Sie mit der Unterkunft, ob Sie Medikamente kühl lagern können, falls das nötig ist. Mehr dazu im Beitrag zu Aftercare und Unterkunft in Wien.

Ein Einnahmeplan für die ersten Tage

Viele Patientinnen kommen besser zurecht, wenn sie die Schmerzmittel in den ersten zwei bis drei Tagen zu festen Zeiten nehmen, so wie es die Ordination verordnet hat, statt erst zu warten, bis der Schmerz stark ist. Ein einfacher Plan hilft dabei:

  • Schreiben Sie Uhrzeit, Medikament und Dosis auf einen Zettel und haken Sie jede Einnahme ab.
  • Stellen Sie sich einen Wecker, auch für die Nacht, wenn die Ärztin eine regelmäßige Einnahme empfohlen hat.
  • Halten Sie Wasser und eine Kleinigkeit zu essen neben dem Bett bereit, da manche Mittel mit leerem Magen schlecht vertragen werden.
  • Notieren Sie, wie stark die Schmerzen auf einer Skala von 0 bis 10 sind. Das hilft bei der Kontrolle und beim Telefonat mit der Ordination.

Nach einigen Tagen werden die Schmerzen meist deutlich weniger, und die Einnahme kann nach Rücksprache verringert werden. Übrig gebliebene Tabletten heben Sie nicht für später auf, sondern bringen sie zur Entsorgung in die Apotheke.

Warnzeichen, die Sie nicht mit Tabletten überdecken sollten

Schmerzmittel sollen Ihnen die ersten Tage erleichtern, nicht Symptome verschleiern. Melden Sie sich umgehend bei Ihrer Ordination oder suchen Sie Hilfe, wenn eine Brust plötzlich stark anschwillt und hart wird, Fieber auftritt, die Wunde rot und warm wird, ein Bein schmerzt und anschwillt oder Atemnot auftritt. Auch ein Hautausschlag nach einem neuen Medikament ist ein Grund anzurufen. Eine Übersicht finden Sie im Beitrag zu Warnzeichen nach der Brust-OP.

Patientin ruht nach einer Brustoperation zu Hause auf dem Sofa

Gut vorbereitet in die Operation bei uns

Bei uns gehört die Medikamentenplanung fest zur Vorbereitung. Im Gespräch vor der Operation gehen wir Ihre aktuellen Medikamente durch, sagen Ihnen, was Sie vorher pausieren sollen, und besprechen, was Sie danach bekommen. Am Tag der Entlassung erhalten Sie einen schriftlichen Einnahmeplan und wissen, wen Sie bei Fragen erreichen. So können Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren: sich auszuruhen. Informationen zum Eingriff selbst finden Sie auf der Seite zur Brustvergrößerung. Für ein Beratungsgespräch erreichen Sie uns über die Kontaktseite.

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