Die ersten Wochen brauchen einen Plan
Bei der Planung einer Brust-OP denken die meisten Frauen an Implantatgröße, Klinik und Kosten. Wie der Alltag in den ersten zwei bis vier Wochen danach aussieht, rückt oft erst kurz vor dem Termin in den Blick. Dabei ist genau das für Mütter, Alleinerziehende und Frauen, die Angehörige pflegen, die eigentliche Herausforderung. Nach einer Brustvergrößerung, Straffung oder Verkleinerung sollen Sie nicht schwer heben, die Arme nicht über längere Zeit über Kopf halten und sich in den ersten Tagen viel ausruhen. Ein Kleinkind auf dem Arm, der volle Einkaufskorb oder der Wäschekorb passen nicht in diese Zeit.
Dieser Beitrag zeigt, welche Möglichkeiten es in Österreich gibt, um Partner, Familie und Kinderbetreuung rund um die Brust-OP zu organisieren, und was Sie mit Ihrem Chirurgen vorab klären sollten.
Was Sie nach der OP nicht tun sollten
Die genauen Vorgaben hängen vom Eingriff und von Ihrer Chirurgin ab. Als grobe Orientierung gilt für die ersten Wochen:
- kein Heben von Lasten, die deutlich über ein paar Kilogramm hinausgehen, also auch keine Kleinkinder
- keine ruckartigen Bewegungen mit den Armen, kein Ziehen eines Kinderwagens über Stufen
- kein Autofahren, solange Sie Schmerzmittel nehmen oder nicht schnell reagieren können
- Schlafen in Rückenlage mit leicht erhöhtem Oberkörper, was nächtliches Aufstehen zu Kindern erschwert
Wie lange diese Einschränkungen gelten, sollte vor der OP schriftlich feststehen. Nur so können Sie Hilfe für den richtigen Zeitraum organisieren.
Pflegefreistellung für Partner und Angehörige
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Pflegefreistellung. Sie können der Arbeit fernbleiben, um einen erkrankten nahen Angehörigen zu pflegen, und erhalten in dieser Zeit ihr Entgelt weiter. In der Regel stehen dafür bis zu eine Woche pro Arbeitsjahr zur Verfügung. Ob die Erholung nach einer ästhetischen Operation im Einzelfall darunter fällt und welche Nachweise der Arbeitgeber verlangt, sollte Ihr Partner vorab klären, am besten mit der Personalabteilung oder der Arbeiterkammer.
Zusätzlich gibt es die Betreuungsfreistellung. Sie kommt in Frage, wenn die Person, die ein Kind sonst ständig betreut, ausfällt, etwa wegen eines Spitalsaufenthalts. Auch hier gelten Voraussetzungen, die Sie vorher prüfen sollten. Für Ihren eigenen Krankenstand gelten wiederum andere Regeln. Was Sie Ihrem Arbeitgeber mitteilen müssen und wie die Entgeltfortzahlung funktioniert, lesen Sie im Beitrag Krankenstand nach einer Brust-OP in Österreich.
Kinderbetreuung über mehrere Wochen
Eine Woche Pflegefreistellung reicht selten für die ganze Erholungsphase. Planen Sie deshalb mehrere Bausteine:
| Zeitraum | Was meist nötig ist | Mögliche Lösung |
|---|---|---|
| OP-Tag und erste Nacht | Abholung, Begleitung, jemand im Haushalt | Partner, Freundin oder Familie, Kinder für eine Nacht auswärts |
| Tage 2 bis 7 | Volle Unterstützung bei Haushalt und Kindern | Urlaub oder Pflegefreistellung des Partners, Großeltern |
| Woche 2 bis 3 | Hilfe beim Tragen, Bringen und Abholen | Längere Betreuungszeiten in Kindergarten oder Hort, Fahrgemeinschaften |
| Woche 4 bis 6 | Noch kein schweres Heben, sonst weitgehend normal | Einzelne Hilfen nach Bedarf |
In Wien bieten viele Kindergärten und Horte erweiterte Betreuungszeiten an. Wenn Sie früh mit der Einrichtung sprechen, lassen sich oft längere Tage für ein paar Wochen vereinbaren. Für Kleinkinder, die noch getragen werden müssen, ist eine verlässliche zweite Person in den ersten zwei Wochen besonders wichtig.
Den Termin geschickt legen
Ein günstiger Zeitpunkt kann viel Organisation sparen. Manche Frauen legen die OP in eine Phase, in der der Partner ohnehin Urlaub hat, oder in die Schulferien, wenn die Großeltern Zeit haben. Andere wählen bewusst die Zeit außerhalb der Ferien, damit die Kinder tagsüber in Schule und Kindergarten betreut sind. Bedenken Sie dabei die Bedenkzeit nach dem Ästhetik-Operationsgesetz zwischen Aufklärung und Eingriff, und planen Sie Puffer für eine mögliche Verschiebung ein.
Wenn Sie nach der Geburt operiert werden möchten
Viele Frauen wünschen sich eine Brust-OP nach Schwangerschaft und Stillzeit. Sinnvoll ist, das Stillen vollständig abzuschließen und einige Monate zu warten, bis sich die Brust stabilisiert hat. Ihre Chirurgin wird mit Ihnen besprechen, ob Ihre Familienplanung abgeschlossen ist, denn eine weitere Schwangerschaft verändert das Ergebnis.
Hilfe im Haushalt und für die Anreise
- Bereiten Sie Mahlzeiten vor und frieren Sie sie ein.
- Stellen Sie häufig gebrauchte Dinge auf Brust- oder Hüfthöhe, damit Sie nicht in obere Schränke greifen müssen.
- Organisieren Sie Einkäufe über Lieferdienste oder Nachbarn.
- Wenn Sie aus einem Bundesland anreisen, klären Sie, wer Sie nach Hause fährt und ob eine Nacht in Wien sinnvoll ist. Tipps dazu gibt der Beitrag Aftercare in Wien.
Legen Sie außerdem fest, wer Sie im Notfall ins Spital bringt oder die Kinder übernimmt, falls Sie unerwartet noch einmal in die Klinik müssen. Welche Warnzeichen nach der OP einen Anruf rechtfertigen, erklärt der Beitrag Nach der Brust-OP in Wien: Warnzeichen erkennen.
Gespräch mit den Kindern
Ältere Kinder merken, dass Mama sich schont und nicht mehr wie gewohnt hochhebt. Eine einfache, ehrliche Erklärung hilft: Sie hatten eine kleine Operation, brauchen ein paar Wochen Ruhe und dürfen nicht schwer tragen. Kleine Aufgaben, etwa die Wasserflasche bringen, geben Kindern das Gefühl, mithelfen zu können.
Beratung mit Blick auf Ihren Alltag
In unserer Ordination in Wien sprechen wir nicht nur über Implantate und Schnittführung, sondern auch darüber, wie Ihre ersten Wochen aussehen werden. Sie erhalten schriftlich, wie lange Sie nicht heben und nicht Auto fahren sollen, damit Sie Familie und Arbeitgeber rechtzeitig einbinden können. Auf Wunsch stimmen wir den OP-Termin mit Ihren Betreuungsmöglichkeiten ab. Informationen zum Eingriff finden Sie auf unserer Seite zur Brustvergrößerung, einen Beratungstermin vereinbaren Sie über die Kontaktseite.