Implantatkontrolle in Wien: Ultraschall, MRT und Mammographie zwischen Wahlradiologe, ÖGK und Früherkennungsprogramm

Risiken & Nachsorge

Implantatkontrolle in Wien: Ultraschall, MRT und Mammographie zwischen Wahlradiologe, ÖGK und Früherkennungsprogramm

Ein Brustimplantat verlangt über die Jahre regelmäßige Kontrollen, und in Österreich hängt die Frage, wer sie macht und wer sie bezahlt, davon ab, ob eine medizinische Fragestellung vorliegt oder eine Routinekontrolle nach einem ästhetischen Eingriff. Dazu kommt das österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm, das für Frauen mit Implantaten eigene Regeln hat. Dieser Beitrag ordnet die drei Untersuchungsverfahren ein, erklärt die Wege über Kassenradiologie, Wahlradiologie und Privatleistung in Wien, und sagt, welche Kontrolle in welchem Abstand sinnvoll ist. Die konkrete Empfehlung für Sie gibt Ihre Chirurgin oder Ihr Chirurg; Termine und Abstände hier sind übliche Rahmen, keine Vorgaben.

Drei Verfahren, drei Aufgaben

  • Ultraschall (Sonographie): Die Basisuntersuchung. Zeigt Serome, Kapselveränderungen, Faltenbildung der Hülle und Hinweise auf eine Ruptur, ohne Strahlung und ohne Kontrastmittel. Wird in der Ordination des Chirurgen, bei der Gynäkologin oder im Radiologieinstitut durchgeführt.
  • MRT (Magnetresonanztomographie): Das genaueste Verfahren für den Zustand des Implantats, insbesondere für eine Ruptur mit intakter Kapsel, die der Ultraschall übersehen kann. Kein Röntgen; in der Implantatfragestellung meist ohne Kontrastmittel.
  • Mammographie: Dient der Krebsfrüherkennung, nicht der Implantatkontrolle. Bei Implantaten wird mit einer speziellen Technik (Verschiebetechnik nach Eklund) das Implantat aus dem Strahlengang gedrückt, damit das Drüsengewebe beurteilbar bleibt. Das Implantat wird dabei komprimiert; bei intakten, modernen Implantaten gilt das als sicher, die Untersuchung sollte aber in einem Institut mit Erfahrung mit Implantaten stattfinden.
Radiologin fuehrt Brustultraschall bei Patientin mit Implantaten durch

Wer zahlt was in Österreich

Die Grundregel der ÖGK und der anderen Träger lautet: Untersuchungen mit medizinischer Indikation sind Kassenleistung, Kontrollen aus rein ästhetischem Anlass nicht. Im Alltag ist die Grenze weniger scharf, als sie klingt.

SituationWegKosten
Beschwerden (Schmerz, Verhärtung, Formänderung)Überweisung von Hausärztin, Gynäkologin oder Chirurg an KassenradiologieUltraschall und bei Bedarf MRT als Kassenleistung; MRT braucht eine chefärztliche Bewilligung, die bei Rupturverdacht in der Regel erteilt wird
Routinekontrolle ohne Beschwerden nach ästhetischer OPUltraschall beim Chirurgen im Rahmen der Nachsorge oder privat im InstitutMeist im Nachsorgepaket enthalten oder als Privatleistung; MRT ohne Indikation ist Privatleistung
Kontrolle nach medizinisch begründeter OP (Rekonstruktion, Fehlbildung)Kassenweg wie bei jeder anderen NachsorgeKassenleistung
KrebsfrüherkennungFrüherkennungsprogramm oder ÜberweisungKassenleistung; Ultraschall wird bei dichtem Gewebe und bei Implantaten im Programm ergänzend gemacht
WahlradiologeFreie Wahl, HonorarnoteSie zahlen vor, die Kasse erstattet bei Indikation einen Teil des Kassentarifs

Ein Wahlradiologe in Wien kann für Implantatträgerinnen sinnvoll sein, wenn ein Institut besondere Erfahrung mit Implantaten hat oder die Wartezeit auf einen Kassentermin lang ist. Die Rückerstattung folgt denselben Regeln wie beim Wahlarzt, die unser Beitrag zu Wahlarzt, Honorarnote und Rückerstattung beschreibt.

Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm und Implantate

Das österreichische Programm lädt Frauen ab 45 alle zwei Jahre zur Mammographie ein; Frauen von 40 bis 44 und ab 70 können sich selbst zum Programm anmelden. Frauen mit Brustimplantaten nehmen am Programm teil, die Untersuchung wird jedoch als Mammographie mit Implantattechnik plus ergänzendem Ultraschall durchgeführt, weil das Implantat Teile des Drüsengewebes verdecken kann. Sagen Sie bei der Terminvereinbarung, dass Sie Implantate tragen, und bringen Sie den Implantatpass mit; das Institut plant dann die Aufnahmen entsprechend. Wer jünger als 40 ist, fällt nicht ins Programm und braucht für eine Mammographie eine Überweisung mit Indikation; für die reine Implantatkontrolle in diesem Alter ist die Mammographie ohnehin nicht das richtige Verfahren.

Welche Kontrolle in welchem Abstand

Ein üblicher Rahmen nach einer ästhetischen Brustvergrößerung, den Sie mit Ihrem Chirurgen abstimmen sollten:

  • Erste Monate: klinische Kontrollen beim Operateur, meist mit Ultraschall bei Bedarf. Welche Termine wann anstehen, listet der Beitrag zum Ablauf einer Brustoperation in Österreich.
  • Ab dem ersten Jahr: jährliche klinische Untersuchung und Ultraschall, bei der Gynäkologin oder beim Chirurgen.
  • Nach mehreren Jahren oder bei Unsicherheit: MRT zur Beurteilung der Hülle, insbesondere bei Silikonimplantaten, bei denen eine Ruptur ohne Symptome verlaufen kann. Manche Hersteller und Fachgesellschaften nennen Abstände von einigen Jahren; verbindliche Vorgaben gibt es in Österreich nicht.
  • Jederzeit bei Beschwerden: Ultraschall, bei unklarem Befund MRT, über den Kassenweg.

Für Frauen mit texturierten Implantaten kommt die Aufmerksamkeit für späte Serome und Schwellungen hinzu; eine plötzliche einseitige Schwellung Jahre nach der Operation gehört zeitnah abgeklärt. Welche Warnzeichen wohin gehören, beschreibt der Beitrag zu Warnzeichen nach der Brust-OP in Wien.

MRT-Geraet in einem Radiologieinstitut mit Patientin in Vorbereitung

Was der Befund enthalten sollte

Ein brauchbarer Implantatbefund beschreibt beide Seiten getrennt: Lage des Implantats (über oder unter dem Muskel), Integrität der Hülle, Faltenbildung, Flüssigkeit um das Implantat, Dicke und Beschaffenheit der Kapsel, Lymphknoten in der Achsel und das Drüsengewebe selbst. Im MRT kommen die Zeichen einer intrakapsulären Ruptur hinzu, etwa das sogenannte Linguini-Zeichen, bei dem die kollabierte Hülle im Gel schwimmt. Ein Befund, der nur "Implantate beidseits regelrecht" schreibt, ist für eine Verlaufsbeurteilung zu dünn; fragen Sie nach einem Befund mit den genannten Punkten, damit die nächste Untersuchung einen Vergleich hat. Bewahren Sie die Bilder auf CD oder als Download auf, denn Institute archivieren unterschiedlich lang und ein Wechsel des Instituts ist in Wien häufig.

Praktische Hinweise für Wien

Bei der Terminvereinbarung in einem Radiologieinstitut nennen Sie Implantatmodell und Jahr der Operation; nicht jedes Institut hat Erfahrung mit der Implantattechnik in der Mammographie, und die Frage nach der Erfahrung ist erlaubt. Bringen Sie zu jeder Untersuchung den Implantatpass und den letzten Befund mit, auch dann, wenn die Befunde in ELGA einsehbar sind. Fragen Sie nach dem Befund in Kopie und geben Sie ihn Ihrem Chirurgen weiter, denn die Beurteilung der Bilder durch die Radiologin und die Beurteilung der Konsequenzen durch den Operateur sind zwei verschiedene Schritte.

Kontrollen in unserer Nachsorge

Zu jeder Brustoperation bei uns gehört ein Nachsorgeplan mit den klinischen Terminen und Ultraschallkontrollen des ersten Jahres, und wir sagen Ihnen, in welchem Abstand wir danach eine Kontrolle und wann ein MRT für sinnvoll halten. Für Untersuchungen, die eine Überweisung brauchen, stellen wir diese mit der passenden Fragestellung aus, damit der Kassenweg offensteht, und wir nennen Ihnen Radiologieinstitute in Wien, die Erfahrung mit Implantaten haben. Befunde besprechen wir mit Ihnen, unabhängig davon, wo sie erstellt wurden. Weitere Beiträge zu Nachsorge und Risiken finden Sie in der Rubrik Risiken und Nachsorge; Fragen zu Ihrer Kontrolle stellen Sie über die Kontaktseite.

Ähnliche Artikel

Lassen Sie sich unverbindlich beraten

Wir nehmen uns ausreichend Zeit für Ihre individuellen Fragen und Wünsche.

Kostenlos anfragen